Assistenzhunde-Einsatz-Möglichkeiten

Die AHundV definiert z.B. genau, welche Assistenzhunde-Arten (§3 AHundV) es ab dem 01.03.2023 gibt. Sie sieht insgesamt fünf Kategorien vor:

1. Blindenführhunde: für Menschen mit Blindheit oder einer Beeinträchtigung des Sehvermögens,

2. Mobilitätsassistenzhunde: für Menschen mit motorischen Einschränkungen, also mit Bewegungseinschränkungen,

3. Signalassistenzhunde: für Menschen mit akustischen Wahrnehmungsbeeinträchtigungen, die also schwerhörig oder gehörlos sind,

4. Warn- und Anzeigehunde: für Menschen mit stoffelwechsbedingten Beeinträchtigungen, anaphylaktischen Allergien, olfaktorischen Einschränkungen (Geruchslosigkeit), neurologischen, stoffwechsl- oder systemisch bedingten Anfallserkrankungen,

5. PSB-Assistenzhunde: für Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen.

 

 

Ich beschreibe die verschiedenen Assistenzhunde-Formen und gebe auch jeweils ein Beispiel, was ich in Erfahrung bringen konnte.

1. Blindenführhunde kennen wohl die meisten Menschen. Daher erkläre ich zu dieser Einsatzform nichts weiter.

2. Mobilitätsassistenzhunde sind z.B. die oft gesehenen Assistenzhunde, die einen Menschen im Rollstuhl begleiten. Sie öffnen Türen und Schubladen, geben ihrem Menschen herunter gefallene Dinge in die Hand oder helfen beim Ausziehen von Kleidung.

3. Signalassistenzhund ersetzen ihrem Menschen das fehlende Gehör. Sie melden z.B. Telefonklingel oder näher kommende Autos. Sie signalisieren ihrem Menschen eine Fahrradklingel oder den Brandmelder.

4. Warn- und Anzeigehunde können in verschiedenen Erkrankungen entweder vorher warnen oder Alarm machen, wenn ein Notfall eingetreten ist. Diese Hunde leben z.B. bei einem Menschen mit Diabetes, Epilepsie oder Narkolepsie. Sie helfen zu verhindern, dass der Mensch einen schweren Allergieanfall bekommt oder aufgrund von Schwindel (z.B. Morbus Menier) oder einer Ohnmacht (Synkope) stürzt. Bei olfaktorischer Beeinträchtigung warnen die Hunde ihren Menschen z.B. vor einem Feuer oder einer Gefahr durch Rauch oder Gas. Zu den stoffwechselbedingten Beeinträchtigungen zählen z.B. Rheuma und rheumatoide Arthritis. Zu den systemisch bedingten Anfallserkrankungen werden oft Anfälle gezählt, bei denen der Mensch aufgrund einer starken psychischen Belastung das Bewusstsein verliert, sich seine Wahrnehmung oder die Beweglichkeit verändert. Ein typisches Beispiel hierfür sind Dissoziative Anfälle, bei denen der Mensch auf einmal die Kontrolle über seinen Körper verliert und z.B. vorübergehend nicht mehr gehen kann.

5. PSB-Assistenzhunde begleiten Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung Schwierigkeiten im psycho-sozialen Bereich haben. In der AHundV gehören in diese Gruppe z.B. Menschen, die im Autismus-Spektrum, mit einer PTBS / kPTBS oder einer schweren Depression leben. Soweit ich weiß, gehören auch Erkrankungen wie Demenz und schwere Panikanfälle in diese Gruppe.

 

 

Wichtig zu wissen ist, dass nirgendwo auf dem Assistenzhund oder dem Teamausweis steht, für welche Erkrankung bzw. Einsatzform der Hund ausgebildet wurde. Niemand hat das Recht, einen Menschen in Begleitung seines Assistenzhundes nach dem Grund oder der Erkrankung zu fragen. Für einen ausgebildeten, geprüften und nach der AHundV anerkannten Assistenzhund wurde der Bedarf bereits geprüft.

 

Wie genau die Ausbildung und Prüfung abläuft, welche bereits ausgebildeten Teams eine Anerkennung bekommen können und was es sonst noch zu beachten gibt, werde ich in weiteren Blogbeiträgen erklären.

 

 

Bitte beachten: Ich bin Sachverständige und kann und darf keine Rechtsberatung anbieten und durchführen. Ich versuche in meinen Beiträgen ein sehr kompliziertes und sehr umfangreiches Gesetz einfach zu erklären. Wenn ihr rechtliche Fragen, Schwierigkeiten oder rechtliche Probleme habt, wendet euch bitte an einen erfahrenen Rechtsanwalt (w/m/d) und holt euch dort eine Rechtsberatung.

 

Die in diesem Beitrag gemachten Angaben beruhen auf meinem Wissensstand und wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.